Alexander Hurst: Die besten 1,2 Mio. Dollar, die ich je verloren habe | Rezension Kritik Neuerscheinung
- Olivia Grove

- vor 3 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
《 R E Z I 》
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Alexander Hurst: Die besten 1,2 Mio. Dollar, die ich je verloren habe: Was meine spektakuläre Dummheit über unser Verhältnis zu Geld erzählt
Erschienen am 13. Mai 2026 bei Goldmann.
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Siebenstellig verzockt
Alexander Hurst serviert die Achterbahnfahrt eines Mannes, der mit riskanten Optionen und Meme-Aktien kurz Millionär war und dann alles in Rekordzeit wieder durch noch mehr Risikogeschäfte verbraten hat.
Die besten 1,2 Millionen, die er je verloren hat, klingen nach einer wahnwitzigen Lehrstunde über Gier und Leichtsinn. Leider verliert sich das Buch für mein Empfinden zu oft in Nebenstorys und verpasst es, richtig tief in den eigentlichen Kick – den Rausch und den emotionalen Absturz – einzutauchen. Und nicht alles, was Hurst erzählt, ist auch wirklich spannend, stellenweise zieht es sich.
Hurst tut mir null leid. Wer sein Geld so leichtsinnig in den Casino-Modus schmeißt, darf sich hinterher nicht wundern, wenn der Kontostand wieder bei „Hausnummer“ landet. Statt Mitleid gibt’s höchstens ein schadenfrohes Grinsen und die Erkenntnis: Manche Lektionen sind eben teuer.
„Verzweiflungskapitalismus betrifft diejenigen, die wissen, dass mit dem System etwas nicht stimmt, die aber dennoch meinen, sie könnten sich innerhalb dieses Systems hocharbeiten oder zumindest aus dem System austreten.“ (S. 15)
Wer Finanz-Memoiren mit richtig Biss sucht, findet hier eher unterhaltsamen Smalltalk als echte Substanz. Trotzdem: ein netter Reminder, wie schnell Geld kommt und auch ziemlich schnell wieder weg ist.
„Ich wusste, dass nichts von alledem das grundlegende Problem lösen konnte: Seit ich auf der Welt war, hatte die Ungleichheit zugenommen, und die 10 Prozent an der Spitze besaßen rund 90 Prozent aller Wertpapiere.“ (S. 94)
⭐⭐⭐
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