Jennette McCurdy: Half His Age | Rezension Neuerscheinung
- Olivia Grove

- vor 18 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
《 R E Z I 》
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Jennette McCurdy: Half His Age
Erschienen am 13. Januar 2026 bei Blumenbar.
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Rauschhaft, ehrlich, unvergesslich!
„Und es ist die reine Folter. Es ist berauschend. Unvermeidlich. Diese Art von Anziehung ist es. Die Art, bei der man sich völlig sicher ist, dass es dazu kommen wird, nur weiß man noch nicht, wie.“ (S. 17)
Cover und Titel? Ich musste das Buch lesen!
Ich bin nicht eine von denen, die erstmal das ganze Buch nacherzählen muss, um dann zu sagen, dass es elektrisierend war. Ich sag’s gleich: „Half His Age“ hat mich erwischt! Ich habe es in drei Tagen durchgesuchtet, fast gierig, und erst danach gemerkt, wie sehr es mich unterwandert hat.
Nichts wird abgefedert, nichts ästhetisiert. Die Story ist so ehrlich, dass sie stellenweise grotesk wirkt. Nicht weil sie übertreibt, sondern weil sie sich weigert, die Realität zu glätten. Wie ein Spiegel für rauschhafte, widersprüchliche Gefühle.
„Wir sind so sehr miteinander verbunden. Zu sehr. Es tut fast weh. Als könnte mein Körper den Moment, in dem es enden wird, jetzt schon nicht mehr ertragen. Den Moment, in dem unsere Körper sich voneinander lösen und ich wieder nur in meinem stecke.“ (S. 124)
Mich hat beim Lesen nichts verstört und man muss da nichts pathologisieren, nichts reininterpretieren, denn manchmal ist Begehren einfach so: chaotisch und intensiv. Genau das spiegelt das Buch so konsequent wider. Waldo will. Sie will Mr. Korgy, mit allem, was dazugehört, und die Geschichte zeigt das ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Klischee.
„Ich hoffe, dass ich all meine heftigen Gefühle für jemand anderen nehmen und sie in diese Person hier reingießen kann. Dass ich ihn so mögen kann, wie ich will, wenn ich einfach so tue, als wäre er jemand anderes.“ (S. 205)
Dieses Buch will nicht gefallen. Es will, dass man bleibt. Dass man spürt, versteht, mitgeht. Selbst wenn man die Entscheidung in Waldos Leben niemals treffen würde. Und ja, vielleicht macht gerade das die Intensität aus.
Dabei ist Waldo keine Projektionsfläche, sondern ein bewegliches Ziel: zu klug, um naiv zu sein, zu jung, um wirklich geschützt zu sein. Weltgewandt in einer Weise, die sie nicht sein müsste und zugleich so offen, so formbar, dass man sie beim Lesen immer wieder festhalten möchte. Für mich liegt in ihrer Wachheit, in ihrer Anpassung, in ihrem Begehren eine Spannung, die sich einfach nicht auflöst.
Ich will mehr von Jennette McCurdy lesen! Ihre Art zu erzählen brennt sich ein, ist süchtig machend und lässt mich nicht mehr los.
„Ich will gemeinsam mit ihm an einem Ort sein, der so schamlos und widerwärtig ist, dass wir nicht mehr zurückkönnen. An dem wir irgendwie vereint sind. Ich will ein Zeichen auf ihm hinterlassen, das unauslöschlich ist.“ (S. 247)
⭐⭐⭐⭐⭐
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