Jenny Jackson: Liebe unter Freunden | Rezension Kritik Neuerscheinung
- Olivia Grove

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
《 R E Z I 》
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Jenny Jackson: Liebe unter Freunden:
Roman - Der neue große Roman der Autorin des New-York-Times-Bestsellers »Pineapple Street«
Erschienen am 12. August 2026 bei btb.
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Irgendwann wollte ich einfach, dass etwas Schlimmes passiert. Dass es endlich eskaliert.
Das wunderschöne Cover und der Klappentext haben mich leider deutlich stärker gecatcht als die Geschichte dahinter. Sagen wir es so: Ich hätte das Buch gern genauso hypnotisiert gesuchtet, wie ich es hübsch fand.
Ich wollte eigentlich einen tiefgründigen, chaotischen Summer Read. Bekommen habe ich eine Clique privilegierter Amerikaner mit erstaunlich viel Geld, erstaunlich wenig Selbstreflexion, die emotional irgendwo zwischen Highschool-Mentalität und Midlife-Crisis festhängen. Die sich ständig betrinken, Gras und Magic Mushrooms konsumieren und dabei überraschend wenig wirklich Interessantes erleben.
„Genau so überlebten sie das Elternsein und das Leben mit kleinen Kindern: Sie gönnten sich abwechselnd ein bisschen Gras, Magic Mushrooms oder Alkohol – alles, was die Umrisse des Lebens weicher machte.“ (S. 118, Fran)
Ich liebe messy unsympathische Protagonisten, aber hier fehlte mir irgendwann schlicht die eine Person, bei der ich dachte: Ja, dir möchte ich noch ein bisschen länger zuschauen.
Einiges war so vorhersehbar, dass ich ständig darauf gewartet habe, dass endlich noch etwas wirklich Schlimmes passiert. Auf den großen Knall.
Das Ganze fühlte sich für mich irgendwann so an, als würde ich einer abgeschotteten Kleinstadt-Bubble beim Nachbarschaftsklatsch zuschauen. Vielleicht spannend, wenn man die Leute persönlich kennt, ansonsten eher: Ah ja. Und?
Dabei blitzt zwischendurch durchaus Potenzial auf, gerade wenn Beziehungen, Freundschaften und das Erwachsenwerden thematisiert werden. Aber am Ende blieb bei mir vor allem heiße Luft, kaum Plot und noch weniger emotionaler Payoff. Und als kleines Sahnehäubchen gab es auch noch einige Rechtschreibfehler. Irgendwo zwischen Übersetzung und Veröffentlichung ist das Lektorat offenbar verloren gegangen.
„ […] und tippte energisch auf ihrem Laptop herum, doch alles, was sie schrieb, war Müll, und das Koffein zündete nach und nach immer mehr Anxiety-Kerzen auf ihrem mentalen Weihnachtsbaum an.“ (S. 35, Caroline)
Ich denke, wenn dieses Buch eines sehr gut einfängt, dann das Gefühl, wie nervig Kinder sein können, wie anstrengend die eigene Familie wird und wie schnell selbst die besten Freunde an den letzten Nerven kratzen können.
⭐⭐⭐
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